Die Blutmagie ist eine der drei Magiearten in Mnemosyne neben der Astral- und der Elektromagie. Während die Astralmagie die Eigenschaften von Objekten und Dritten ändern kann, Elektromagie die elektrischen Ströme manipulieren kann, ist es mit der Blutmagie möglich, den eigenen Körper zu verändern.
Der Blutmagier nimmt dabei Blut eines anderen lebenden Opfers zu sich, und kann durch diese seinen eigenen Körper verändern. Dies kann von leichten Veränderungen der Gestalt wie spitzere Zähne, glänzendere Haare, leuchtendere Auge über Veränderungen von Eigenschaften wie grössere Geschwindigkeit, erhöhte Kraft oder mehr Ausdauer bis zur komplette Gestaltwandlung gehen.
Die Legenden von Vampiren und Werwölfen sind in den allermeisten Fällen auf die Anwendung von Blutmagie zurückzuführen. Es steht ausser Diskussion, dass durch die Anwendung von Blutmagie ein ausserordentlich langes Leben erreicht werden kann, auch wenn auch hier kein ewiges Leben garantiert werden kann.
Durch die speziellen Eigenschaften der Blutmagie bedingt sind die meisten Anwender sogenannte Vampire oder Werwölfe. Es ist äusserst nützlich, sich nach dem Erkennen der Gabe und dem Lernen der Kniffe körperlich so weit zu verändern, dass das Finden und Ernten von Blut möglichst schnell und effizient vor sich geht. Andererseits gibt es praktisch keine Gesellschaft, in der die Manipulation von Menschenblut nicht durch ein Tabu belegt ist; Blutmagier werden also einen Weg finden müssen, ihre magischen Fähigkeiten und ihre Methoden dazu möglichst zu verstecken, sowie die körperlichen Veränderungen entweder immer wieder rückgängig zu machen (was aber wiederum Energie kostet) oder aber sie möglichst unauffällig gestalten.
Die Tabuisierung des Blutes ist in vielen Kulturen vorhanden. So findet sich etwa in der Bibel das Zitat «Doch beherrsche dich und genieße kein Blut, denn Blut ist Lebenskraft, und du sollst nicht zusammen mit dem Fleisch die Lebenskraft verzehren.» (5. Buch Mose (12,23)). Dies kann als Beleg dienen, dass sich die damalige Gesellschaft durchaus um die im Blut enthaltene Lebenskraft bewusst war.
Solche Tabus sind der Grund, wieso dass seit dem Altertum Blutmagier äusserst selten sind. Die wenigsten, die die Gabe latent besitzen, werden sich ihrer bewusst und lernen, sie zu beherrschen. Viel Wissen, das zu früheren Zeiten noch vorhanden war, ist inzwischen verloren gegangen – und damit auch viel der einstigen Macht, die die Blutmagier einst besassen. Heutige Blutmagier schliessen sich oft in Zirkeln zusammen, in denen sie das Wissen über ihre Gabe erweitern und sammeln.
Auch wenn Blutmagie an sich nicht «böse» ist (jegliche Art von Magie kann zu «guten» und «bösen» Zwecken eingesetzt werden), ist nicht von der Hand zu weisen, dass die meisten Blutmagier zur Rücksichtslosigkeit und einer gewissen Kaltblütigkeit neigen – Mitleid erweist sich trotz allem eher hinderlich beim Auftreiben des magischen Stoffes.
Bis zu einem gewissen Grad kann die Magie auch auf das Opfer ausgeweitet werden, dessen Blut verwendet wird; dazu gehören vor allem Beherrschungszauber.
Zwar kann auch aus Blutkonserven eine gewisse Kraft gewonnen werden, doch ist diese um einiges weniger potent als jene von lebenden Körpern. Es geht also im engeren Sinne nicht um Blut, das also offensichtlich nur das Trägermaterial der Lebenskraft ist, die sich nach dem Tod eines Lebewesens sehr schnell verflüchtigt.1)
Möglicherweise geht es also um das in Aventurien bekannte Sikaryan, das diese Kräfte verleiht.