Kulturgeschichte 2

2009-02-16: The Design Decades: Entstehung des Designbegriffs in den USA 1920–1940

Autos: die Autos müssen nicht mehr nur praktisch sein, sondern sie werden auch mehr und mehr ästhetisch gesehen. Wichtiges Konzept: Convenience. Dieses Wort zieht sich durch praktisch alle Erfindungen, die von den Amis vorangetrieben werden. Die Amerikaner waren dabei bei der Erfindung von arbeitssparenden Maschinen und Helfern den Europäern um einiges voraus.

Man beginnt mit der Zeit, die Dinge untereinander zu einer Synthese zu bringen – statt dass in einer Küche einfach verschiedene Dinge herumhängen, werden sie in der Folge hinter Scheiben, Wänden versteckt – es geht um ein integrales Gesamtbild, das verfolgt wird und bestimmend sein wird.

Ein starker Drang geht davon aus, die Dinge zu vereinfachen und leichter zu machen → Electric Slaves. Bei diesen Sachen geht es noch nicht wirklich um Gestaltung oder Design, sondern vor allem um die Mechanisierung der Dinge.

Beginn des Industrial Designs

Ende der 20er Jahre (1930) beginnt unter anderem mit Raymond Loewy der Beginn des Industrial Designs, indem er für die Firma Gestener einen Umdrucker umgestaltete und die Maschine in eine schlichtere Hülle (ver-)steckte.

Gleichzeitig mit Loewy arbeiten auch Henry Dreyfuss, Walter Dorwin Teague und Norman Bel Geddes in einem ähnlichen Stil und mit ähnlichen Ideen. Interessanterweise sind sowohl Dreyfuss wie Bel Geddes ursprünglich Bühnenbildner. Diese neuen Designer sehen sich (noch) nicht als «Künstler» oder Autorendesigner, sondern stellen sich ganz in Dienst des ganzen und der Industrie.

Sowohl Loewy und Dreyfuss gestalteten aufsehenderregende Designs für Züge.

Bel Geddes ist wiederum stark von Adolphe Appia beeinflusst (vor allem, was die Bühnenbilder betrifft).

2009-02-23

Bel Geddes beschäftigte sich lange auch mit dem Design von Eisenbahnen, die er nach und nach vollständig umgestaltete (etwa, indem er den Führerstand nach vorne nahm). Auch die Ozeanliner werden durch ihn neu gestaltet und stark stromlinienförmig gestaltet.

Er macht auch ein Modell für General Motors, die eine Vision darstellt, wie der Verkehr in 1960 aussehen soll.

Der Bruch folgt mit dem Weltkrieg. Der Optimismus verschwindet damit. Gleichzeitig kommt auch Plastik auf, dessen Potential bald erkennt wird. Daraus ergibt sich etwa auch die Tupperware.

Charles & Ray Eames

Beginn des Industrial Design durch Entwicklung von Beinschienen für verletzte Soldaten. Die Eames beginnen also mit praktischen Aufgaben im Auftrag der Armee während des 2. Weltkriegs zum Design.

Bei Kriegsende in Europa

Nach dem Kriegsende gab es wieder neue Herausforderungen des Designs. Man musste sich wieder auf einfachere Konstruktionen berufen, da oft die Ressourcen fehlten. (Kriegsende 1945: Stunde Null). In den USA ist der Mangel nicht so gross. In England aber sehr wohl – noch bis in die 50er-Jahre hing England von Lebensmittelmarken ab.

2009-03-02: Vom anonymen Design zur «Guten Form»

Der Wechsel von der zwar funktionalen zur effektiv designeten Form geschieht auch in der Schweiz.

Noch 1948 ist der Titel des Katalogs von Jelmoli noch illustriert, ebenfalls die Produktbilder im Innern.

Die Trams in Zürich gehörten offenbar zu den ersten, die die Einstiege nicht mehr am Ende und Beginn der Wagen war, sondern in der Mitte mit automatischen Türen.

Die internationale Bedeutung, die Schweizer Design hatte, setzte erst nach 1945 ein. Beispiel: Nähmaschine Elna, die relativ schlichtes, Design mit funktionalen Details vereinte. Auch die Hermes Schreibmaschine gehört zu diesem funktionalen Design.

Ach Max Bill gestaltet eine Schreibmaschine. Er hält vor dem Schweizerischen Werkbund einen Vortrag, in dem er fordert, dass die Produkte so oder so Funktional sein müssen, aber zusätzlich auch gestaltet werden sollen. Max Bill hat also schon erkannt, dass man im Ausland schon auf die Schönheit eines Objekts achtet, und dass diese Ansicht auch in die Schweiz kommen wird.

Die Gute Form

Ausstellung von Max Bill an der Mustermesse Basel, mit von ihm ausgewählten Objekten und durch ihn gestaltet. Damit prägt er den Begriff der «Guten Form». Das Produkt soll dabei nicht nur gut funktionieren, sondern eben auch gut aussehen.

Daraus folgte dann eine Aktion des Werkbundes gleichen Namens sowie ein Buch von Max Bill mit dem Titel Form.

«Formtendenzen unserer Zeit»

In den 50er-Jahre gibt es eindeutige Tendenzen, Objekte ästhetisch zu gestalten. Während in den 20er-Jahren es um die Zerlegung von Objekten in einzelne Teile geht (Analyse), wandelt sich dieser Trend in den 50er, wo die verschiedenen Elemente verschmolzen werden (Synthese, Integration). Dies hat sicher auch mit der Entdeckung der Stromlinienform zusammen.

Die Auszeichung Die gute Form zeichnete jedes Jahr Produkte aus, die diese integrierende Formensprache sprachen.

Raymond Loewy hat als Designer das Ziel, das Publikum zu erziehen und an eine schlichtere, funktionalere Formensprache zu erziehen.

2009-03-09: Neue Schweizer Grafik

Die Schweizer Grafik beginnt, keine realen Räume mehr zu verwenden, sondern imaginäre Räume kreiert, indem Produkte auf weisse Flächen platziert.

Bedeutende Exponenten der Neuen Schweizer Grafik:

2009-03-16: Hochschule für Gestaltung Ulm

Ursprünglich als «Geschwister-Scholl-Schule» ins Leben gerufen. Eigentlich keine Gestaltungsschule, sondern ein Versuch, das Image Deutschlands wieder aufzubessern – ursprünglich ein sozial-/politisches Unterfangen. Das Konzept lehnte sich durchaus dabei an das Konzept des Bauhauses an.

Architektur durch Max Bill, ins Leben gerufen durch Inge Scholl und Otl Aicher.

Abteilungen:

  • Architektur
  • Produktform
  • Visuelle Kommunikation
  • Information – Eigentliche Kernzelle der Schule, die sich als Gegenpol zur Desinformation der Nazis sah.

Beim Bau der Schule werden Winkelplatten verwendet – was sehr ökonomisch ist. In der DDR führt diese Idee zu den berühmt-berüchtigten Plattenbauten. In Westdeutschland wurde diese Bauform praktisch nie verwendet.

Schon zu Beginn weg hatte die Schule nicht sehr viel Geld. Deshalb wurde etwa auch der Ulmer Hocker erfunden, der in seiner Einfachkeit aus der Not geboren war.

Es ging dabei nicht so sehr um eine Spezialisierung, sondern eine Ganzheitlichkeit wird angestrebt.

Erfolgreich wurde die Ulmer Schule für das Produktedesign für Braun. Daraus entstand etwa auch der Schneewittchensarg. Die Aussenmasse hatten dabei mit der Palettengrössen zu tun. Jegliche Zierelemente wurden dabei nach und nach entfernt, um schlussendlich bei der ganz schlichten und basalen Form zu gelangen.

Oft wird dabei in Ulm auch Kunststoff verwendet und dessen Eigenschaften neu erforscht.

Die Geometrisierung ist ein Mittel, um die Dinge effizient zu machen – zum Beispiel bei stapelbarem Geschirr.

Dieses schlichte, funktionale Design formte in hohem Masse das heutige Aussehen von Produkten.

Das Potential von Ulm konnte dabei nicht immer verwirklicht werden. Trotzdem waren viele Ideen wegweisend.

2009-03-30: Italienisches Design

[Actually, I didn't listen. Any other additions?]

2009-04-06: Japanisches, französisches Design

Japan

Oft klare linien, die oft durch die Shoji beeinflusst werden. Viel wird aber auch einfach aus dem Westen kopiert.

Dekoration wird selten gemacht. Oft bestimmt allein die Struktur des Materials oder deren Verarbeitung das aussehen. Die meisten dieser handwerklichen Arbeiten sind sehr sorgfältig ausgearbeitet.

Es gibt aber auch Beeinflussungen, bei denen japanisches Design in den Westen einfliesst.

Frankreich

Französisches Design stellt sich oft nicht nicht in den Vordergrund. Ein gutes Beispiel ist aber etwa die Citroën DS.

2009-04-27: Die Rolle des technischen Fortschrittes

Kapselartige Wohnungen von Archigram, die durch das Raumfahrtprogramm inspiriert wurden.

Buckminster Fuller

Buckminster Fuller. Workshop als World Game. Darstellung der Welt als einen Kontinent. Verwendung für die Weltausstellung in Montreal, um das Ansehen der USA in der Welt wieder zu steigern. Bei diesem Spiel sollte es um die Verteilung von Ressourcen gehen – unter anderem wurde dort auch alternative Energiequellen vorgeschlagen, um kommende Energiekrisen bewältigen zu können.

Der Pavillon an der Weltausstellung wurde schliesslich zwar nach den Entwürfen Buckminster Fullers gebaut (mit eben jener bis heute bekannten Kugel), aber im Inneren wurde das World Game nicht verwirklicht.

Raumfahrt

Die Raumfahrt beeinflusst das Gestalten sehr stark. Es bildet sich eine Utopie heraus, in dem die Zukunft praktisch nur noch gut werden kann (Beispiele sind etwa Filme wie 2001: A Space Odyssey oder auch Star Trek).

Gleichzeitig gibt es aber auch die Dropouts – diejenigen, die sich vom Konsumterror unabhängig machen wollen. Dazu gibt es etwa den Whole Earth Catalog, der Wege aufzeigt, wie man aussteigen kann.

Domestic Landscape

Vor allem eine italienische Idee – Wohnlandschaften. Man gebraucht wieder den Fussboden wie Kinder. Entwicklung durch Joe Colombo und Ettore Sottsass.

Dabei geht es oft auch darum, die Raumfrage zu klären – da da schon erkannt wird, dass die Bevölkerung zunehmen wird, geht es darum, den nötigen Wohnraum zu verringern. Wiederum spielt der Einfluss der Raumfahrt hinein. Viel wird mit Plastik produziert, damit es billig zu produzieren und einfach zu putzen ist.

2009-05-04: Postmoderne: Ende des Fortschrittsglaubens

Robert Venturi: Entdeckung des «Weniger ist mehr». Das Gedankengut von Gropius wird wieder aufgenommen. Venturi bürstet bei seinen eigenen Bauten alte Regeln ganz bewusst gegen den Strich und spielt mit den Klischees, die gewachsen sind.

Aldo Rossi. Italienischer Architekt. Inspiriert durch Giorgo de Chirico. Machte auch Kaffeekannen für Alessi. Wiederkehrendes Element: Dreieck/Spitzgiebel mit rundem Loch. Tradition (bzw. Anlehnung daran) sind Rossi wichtig.

2009-05-18: Design for the real world

Club of Rome: Die Grenzen des Wachstums (aber ehrlich gesagt, weiss ich nicht, was das mit dem allen zu tun hat).

Verschiedene Designer

gd/v/kulturgeschichte-2.txt · Zuletzt geändert: 2009/05/18 20:24 von xeophin
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