Dozentin: Sarah Owens
Eine Theorie ist eine generalisierende, verallgemeinernde Aussage. Theorien können dabei helfen, eine komplexe Umwelt/Realität besser zu verstehen und zu bewältigen.
Es kann einem Designer ebenfalls helfen, seine Arbeit zu begründen.
Kommunikation ist soziale Handlung. Kommunikation ist dabei weder ein linearer, noch ein absolut voraussehbarer Prozess.
Ein Medium ist ein Träger von Information und Kommunikation.
Verstehen unserer Kultur als Zeichensystem.
Lehre von der Produktion und Bedeutung von Zeichen. Eine rudimentäre Zeichentheorie gibt es schon in der Antike, wobei es um die Unterscheidung von natürlichen und kulturell geprägten (konventionellen) Zeichen geht.
Im Mittelalter gibt es Ockham, der private und öffentliche Zeichen unterschied.
Wie können Objekte (Papier, Figuren, Laute etc.) zu Zeichen werden? Untersucht werden Zeichen, Codes und die Kultur, in der diese entstehen und verwendet werden.
Zeichen: Artefakt, kann mit den Sinnen erfahren werden. Diese Zeichen weisen nicht nur auf sich selber hin, sondern meist noch auf ein anderes hin und kann für dieses stehen. Zeichen müssen als Zeichen konzipiert sein und als solche verstanden werden, ansonsten sind es keine.
Einer der Theoretiker, die sich damit befassten, war Charles Sanders Peirce. Er operiert dabei mit dem Begriff des Interpretanten, was nicht den Empfänger des Zeichens bezeichnet, sondern die Verbindung zwischen Zeichen und dessen Bedeutung.
Er hat 3 Arten von Zeichen: Ikone, Index und Symbol.
Ikone: Stellt das bezeichnete Objekt dar. (Fotographie, Zeichnung) Index: Weist auf das Objekt hin. Direkte Verbindung zum Objekt (Rauch → Feuer) Symbol: Ist konventionell definiert und kulturell bedingt. (Schrift, Sprache, Logos)
Ferdinand de Saussure begründete die europäische Schule der Zeichentheorie als Semiologie (im Gegensatz zur Amerikanischen unter Peirce). Er untersuchte vor allem sprachliche Zeichen. Nach ihm bestehen sie aus zwei Komponenten: einer materiellen (Striche auf Papier), als Lautbild bezeichnet sowie die mentale Vorstellung. Diese Vorstellung bezieht sich auf die Wirklichkeit – das Zeichen bezieht sich also nicht direkt auf die Wirklichkeit. Unterscheidung in Signifikat (Vorstellung) und Signifikant (Darstellung).
Charles Morris hatte einen verhaltenstheoretischen Ansatz. Er erweitert den Ansatz von Peirce indem er Zeichen auch als Stimulanten sieht, die Objekte zu Designaten und der Interpretant mit Verhalten/Interpret gleichgesetzt.
Semantik: Verhältnis zwischen Zeichen und Objekt.
Syntaktik: Verhältnis zwischen verschiedenen Zeichen oder deren Umgebung.
Pragmatik: Verhältnis zwischen Zeichen und Interpret.
Designer müssen sich des Zeichensystems bewusst sein, in dem sie arbeiten – gleichzeitig können sie ihre Arbeit auch daran prüfen, ob sie funktioniert.
Charles Sanders Peirce wird wiederholt.
Die Avant Garde verwendet Codes, die noch nicht etabliert sind und werden deshalb nicht akzeptier. Nach einer gewissen Zeit bürgern sich diese jedoch auch ein.
Roland Barthes fügt der Theorie von Saussure noch eine weitere Ebene hinzu. Die Bedeutungsebene Saussures wird Denotation genannt. Eine weitere Ebene ist aber auch die Konnotation.
Barthes prägt auch den Begriff der Mythen des Alltags. Er verwendet den Mythos als Erzählung, mit der Vorgänge der Natur erklärt und begründet werden.
Indem die verschieden Konnotationen analysiert werden, kann der Mythos eines Gegenstandes erkannt werden. Kritisiert an dieser Technik wurde, dass sie scheinbar objektiv dargestellt wird, während die Interpretation offenbar ganz klar vom subjektiven (kulturellen) Hintergrund des Interpreten abhängig ist.
Ausserdem muss für die Analyse auch die Umgebung, der Kontext beachtet werden, in der die interpretierten Objekte stehen.
Jacques Derrida war ein Poststrukturalist. Er kritisierte das Mythos-Modell von Barthes und war ein Begründer der Dekonstruktion.
Dinge sind nicht nur die Dinge an sich, sondern können auch Ansichten/Aussagen kommunizieren. Ein Auto ist etwa nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern kann auch ein Statussymbol sein. Die Dinge sprechen also nicht nur über sich selbst, ihre Herstellung, ihren Nutzen, sondern können auch über ihre Nutzer sprechen. Designer müssen sich dieser Doppelfunktion bewusst sein.
Jean Baudrilliard hat solche Dinge untersucht. Auch Umberto Eco hat sich damit beschäftigt.
Menschen übergeben sich mit Objekten, die ihnen sinn-voll scheinen.
Offenbacher Ansatz geht davon aus, dass Produkte/Artefakte nicht nur praktische Funktionen haben, sondern eben auch Produktsprachliche Funktionen. Diese können wiederum unterteilt werden in Formalästhetische Funktionen sowie Semantische Funktionen – und diese selbst wieder in Anzeichenfunktionen und Symbolfunktionen.
I kinda missed that one.
Redundanz: Etwas ist sehr wahrscheinlich
Entropie: ist unwahrscheinlich
Who says What in Which Channel to Whom with What effect? > Harold D. Laswell
Weitere Theorien: Wilbur Schramm, Roman Jakobson
Definition: Darunter wird die menschliche Kontaktaufnahme verstanden, mit dem Ziel, sich zu verständigen. Dabei werden wiederum Zeichen verwendet.
Mögliche Störquellen:
Die Gesprächspartner müssen also den gleichen Code sprechen, um sich verständigen zu können.
Beschäftigung mit den Theorien von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun.
Watzlawick: 5 Grundannahmen/Axiome der Kommunikation:
Schulz von Thun: Es gibt nicht nur den reinen Inhalt einer Nachricht, sondern vier verschiedene Seiten:
Zudem gibt es nach ihm 8 verschiedene Kommunikationsstile. Diese werden von praktisch allen Leuten verwendet.
Frauen sollen sich laut Studien sozialen Normen eher anpassen als Männer. Männer werfen mit Fachausdrücken und Kraftausdrücken um sich.
Marshall McLuhan als zentrale Figur der Toronto School of Communication Theory. Er arbeitete genau in der Zeit, als auch Computer aufkamen → The Electronic Age. Er ist auch derjenige, der den Begriff der «heissen» und «kalten» Medien prägte.
Er postuliert, dass The Digital Age das Denken in Metaphern fördere, und dass mit den audiovisuellen Medien das nichtlineare Denken wieder gefördert wird, im Gegensatz zu den «linearen» schriftlichen Medien.
Er definiert Medien als Erweiterungen unserer Sinnen1)
Er prägte auch den Satz The Medium is the message. Dieser Satz wird dabei oft verkürzt verstanden, und gemeint, dass damit nur das Medium zum allein wichtigen wird. Es bezeichnet aber eher, dass neue Medien auch Veränderungen bewirken können – und dass vor allem bei neuen Medien zuerst erst einmal der Neuigkeitswert im Vordergrund steht und weniger der Inhalt, der damit transportiert wird.
Viele Medienphilosophen gehen davon aus, dass die vorherrschenden Medien in hohem Masse den Menschen und seine Kultur definieren.